Fingerspiele als pädagogisch wertvolle Beschäftigung

 

Bei einem Fingerspiel werden Kindern oder Babys die einzelnen Finger wie in einem kleinen Theaterstück vorgeführt. Jeder Finger der Hand übernimmt dabei eine einzelne Rolle. Dabei können die Finger ganz unterschiedliche Rollen, wie beispielsweise von Menschen, Tieren oder Tätigkeiten übernehmen.
Das Fingerspiel kann diverse Erzählungen, Reime, Gedichte oder sogar Kinderlieder als Grundlage nehmen. Dabei sagt man den Text auf oder singt je nachdem ein Lied und bezieht dabei die einzelnen Finger mit ein. Fingerspiele machen Kindern zu jeder Zeit viel Spaß.

Bei Babys kann man noch seine eigenen Finger zur Vorführung nehmen, die einzelnen Finger des Babys kann man aber auch schon mit berühren, um es mit in das Spiel einzubeziehen. Kleinkinder wollen meistens schon richtig aktiv mitmachen. Anfangs kann man den Kindern das Fingerspiel vormachen, bis es den Reim kennt.

Wenn die Kleinkinder es selbst ausprobieren wollen, sagt man den Reim langsam auf und lässt das Kind überlegen, welchen Finger es zu den Sprüchen berühren muss oder welcher Finger eine Bewegung ausführen soll. Es gibt auch vereinfachte Formen des Fingerspiels, bei denen zum Beispiel nur die Hände oder andere Körperteile mit einbezogen werden. Sicher kennt jeder noch das wohl mit älteste Fingerspiel aus Großmutter's Zeiten "Ging ein Mann die Treppe rauf...".

Die Fingerspiele sind bei den Kleinen sehr beliebt und können sehr praktisch sein, um Kinder zum Beispiel bei Arztbesuchen, Medikamenteneinnahme oder auch beim manchmal problematischen Schuhkauf zu beruhigen und abzulenken.

Es gibt diverse Fingerspiele, die man sich als Vorlage aus dem Internet herunterladen kann. Das wohl bekannteste Spiel, bei dem die Finger in direkter Reihenfolge aufgezählt werden, ist der Fingerreim vom Daumen. Dabei bekommen die Finger angefangen beim Daumen bis hin zum kleinen Finger eine Funktion beim Besorgen und Essen von Pflaumen. Oftmals sind die Fingerspiele im deutschsprachigen Raum auf die Einnahme von Essen fixiert oder handeln von diversen Speisen und deren Zubereitung. Aber auch Fingerspiele mit Tieren sind bei den Kindern sehr beliebt. Hierbei übernehmen die Finger die Rolle einzelner Tiere in Abfolge einer Handlung.

Kindergartenkinder mögen besonders gern das bereits etwas komplexere Fingerspiel von der Mäusefamilie. Bei dieser kleinen Geschichte werden die Familienmitglieder einer Mäusefamilie aufgezählt. Hierbei kommen nicht nur die Finger zum Einsatz, denn es werden auch beschreibende Merkmale mit den Händen gestikuliert. Durch die ständigen Wiederholungen lernen Kinder diesen doch sehr umfangreichen Kinderreim besonders schnell. Auch für Kleinkinder, die gerade das Sprechen erlernen, machen sich Wiederholungen besonders gut, da diese die Sprachentwicklung fördern. Sie lieben diese Art der Erzählung und wollen es immer wieder hören und mitmachen. Fingerspiele werden auch gern bei zu erlernenden Aktionen, wie zum Beispiel beim Schuhe zubinden, Zähneputzen oder Anziehen eingesetzt. Dabei können diese manchmal sehr hilfreich auch spielerisch als Erziehungshilfe benutzt werden, wenn sich das Kind manchmal weigert, freiwillig ins Bett oder auf das Töpfchen zu gehen.

Beim Bettchenfingerspiel werden hier exemplarisch mit Hilfe der einzelnen Finger andere Kinder aufgezählt, die auch nicht ins Bett wollen. Zum Schluss übernimmt der kleine Finger dann die Rolle des Kindes, was lieb ist und mit Teddy schlafen geht.

Fingerspiele sind pädagogisch sehr wertvoll. Sie fördern die Feinmotorik, entwickeln den Sprachsinn und die Aufnahmefähigkeit. Zudem machen diese sehr viel Spaß, sind kostenlos und auch unterwegs jederzeit als Beschäftigung griffbereit.